Elterntalk NRW-Team bei der AJS:

Susanne Philipp (Projektleitung)

Halina Pasitschnyk (Verwaltung)

Anke Lehmann (Referentin)

Das Team Elterntalk NRW bei der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz (AJS) NRW e.V. leitet und koordiniert das Projekt, welches vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW gefördert wird.

(v.l.n.r.: Halina Pasitschnyk, Susanne Philipp, Anke Lehmann)

Die Mitarbeiter*innen der AJS verstehen sich selbst im Netzwerk Elterntalk NRW als Lernende und legen viel Wert darauf, die Bedarfe und Gegebenheiten der unterschiedlichen Elterntalk-Regionen wahrzunehmen und in der Folge zu bedienen. Dabei arbeiten sie partnerschaftlich mit den jeweils Beteiligten der Standorte zusammen. Die Voraussetzungen zur Umsetzung von Elterntalk in den Regionen sind sehr heterogen.

Gemeinsam wird nach passgenauen und individuellen Lösungen zur Projektimplementierung und -fortführung gesucht. Diese Begleitung erfolgt vor allem im persönlichen Kontakt.

Was ist Elterntalk?

Elterntalk NRW  ist ein lebensweltorientiertes Präventionsangebot, das alle Eltern anspricht. Gesprächsrunden im privaten Rahmen erreichen auch Eltern, die sich bei institutionell gebundenen Formen der Elternbildung eher zurückhalten.

Der Erfahrungsaustausch steht im Mittelpunkt. Eltern lernen unterschiedliche Einstellungen und Lösungswege kennen und entwickeln eigene Haltungen und Handlungsmöglichkeiten – ohne Belehrung von außen. Ziel ist es, Eltern zum besseren Schutz ihrer Kinder im Sinne des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes § 14 SGB VIII zu befähigen, ihnen Unterstützung im Erziehungsalltag zu bieten und sie in ihrer Handlungssicherheit zu stärken.

Eltern sind Expertinnen und Experten in eigener Sache.
Elterntalk NRW bietet Informationen, Rahmen und Struktur für die Gesprächsrunden, aber keine fertigen Lösungen. Es bietet Lern- und Kommunikationsräume für die Entwicklung eigener Einsichten und Handlungsoptionen. Eine wertschätzende und respektvolle Haltung gegenüber Eltern und ihrem Alltagswissen ist hierbei grundlegend.

Der Ansatz Elterntalk wurde von der Aktion Jugendschutz in Bayern entwickelt (www.elterntalk.net)  und wird dort wie auch in Niedersachsen (www.elterntalk-niedersachsen.de) erfolgreich durchgeführt.

Wie geht Elterntalk?

Elterntalk NRW – das sind Gesprächsrunden für Mütter und Väter zu Erziehungsfragen. Eine Gastgeberin oder ein Gastgeber lädt zu sich nach Hause bis zu acht andere Eltern ein – von Kindern bis 14 Jahren. Eine Moderatorin oder ein Moderator, selbst Mutter oder Vater, begleitet das Gespräch (den »Talk«).Elterntalk ist kein Vortrag – sondern Austausch.

Eltern sind Experten und Expertinnen in eigener Sache, sie bringen eigene Erfahrungen und Wissen mit. Die besten Erziehungstipps bekommen Eltern von anderen Eltern. Gesprächsanregungen und aktuelle Informationen bringen die Moderator/­innen ein.

  • Eine Gesprächsrunde dauert etwa zwei Stunden.
  • Für die teilnehmenden Eltern entstehen keine Kosten.
  • Falls gewünscht, findet Elterntalk in mehreren Sprachen statt.

 

Video: So geht Elterntalk!

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Elterntalk ist interkulturell

Fast 60 Prozent aller Gesprächsrunden fanden in 2020 mehrsprachig bzw. in einer anderen Sprache als Deutsch statt. Die Möglichkeit, sich in seiner Familiensprache auszutauschen, erleichtert vielen Eltern den Zugang zu diesem Angebot der Elternbildung. Die 80 Moderator*innen boten Talks in fünfzehn Sprachen an.

Elterntalk NRW bietet aufgrund der konzeptionellen Ausrichtung auch für Familien, die Zuflucht in NRW gefunden haben, die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern über Erziehungsfragen auszutauschen.

Für Eltern, die flüchten mussten, ist das Ankommen in einem neuen Land eine große Lebensaufgabe. Der Erziehungsalltag in Deutschland unterscheidet sich oftmals grundlegend von dem bisher Gelernten, es gibt Werte- und Kulturunterschiede, mit denen Eltern plötzlich allein umgehen müssen. In 2020 wurde an den Standorten Bonn, Recklinghausen und Hagen auch mit Eltern mit Fluchtgeschichte getalkt.

Somit wurden die Erfahrungen aus dem Vorjahr ausgeweitet. Der Bildungshintergrund der geflüchteten Eltern macht einen wesentlichen Unterschied. Eltern, die gut gebildet sind, fällt es oft leicht, bei Talks mit hier aufgewachsenen Eltern mitzumachen. Sie können schnell aufnehmen und sich gegebenenfalls an die Gegebenheiten in Deutschland anpassen. Andere Eltern mit
Fluchterfahrung, die weniger Bildung genossen haben, benötigen hingegen grundlegendere Informationen, etwa zu unterschiedlichen Erziehungsstilen.

Zudem haben sie oft großen Redebedarf über Erziehungsthemen hinaus. Auch für sie bietet sich Elterntalk an, denn sie können von den hier schon länger lebenden Eltern gut profitieren. Wichtig sind für sie häufig niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten mit anderen Eltern und leicht erreichbare Anlaufstellen. Durch die außergewöhnlich herausfordernde Lebenssituation geflüchteter Mütter und Väter verlangt die Durchführung des Formats Elterntalk an manchen Punkten eine andere Vorgehensweise.

Die Besonderheiten solcher Talks wurden evaluiert. Für das kommende Jahr ist eine Schulung vorgesehen, speziell für Standorte, die sich dieser Zielgruppe gezielt zuwenden möchten, und für Moderator*innen, die mit Eltern mit Fluchterfahrung talken. Diese Moderator*innen gilt es, individuell zu stärken, damit sie wissen, wo ihre Grenzen liegen, diese benennen und gleichzeitig Hilfe bieten können.

Aufbau Elterntalk NRW

Elterntalk NRW ist ein Projekt der AJS NRW (Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW). Um Elterntalk NRW in die Regionen zu bringen, arbeitet die AJS mit Partnern vor Ort zusammen.

Das kann zum Beispiel das Jugendamt sein, eine Familienbildungsstätte oder ein Verein. Beim jeweiligen Partner vor Ort gibt es eine Person, die für Elterntalk NRW in der Region zuständig ist. Dieser Mensch sucht und begleitet engagierte Mütter und Väter, die als Moderatorinnen und Moderatoren geschult werden.

 

Gastgeber/-innen sind Mütter und Väter, die andere Eltern zu sich nach Hause einladen.

 

Moderator/-innen sind Mütter und Väter aus der Zielgruppe: Eltern, die in ihren Lebensbezügen Gesprächsrunden initiieren und begleiten. Sie erhalten Unterstützung von Regionalbeauftragten.

 

Regionalbeauftagte sind pädagogische Fachkräfte, die in die lokalen Strukturen und Netzwerke der Jugendhilfe eingebunden sind. Sie sind für Auswahl, Schulung und Koordination der (jeweils fünf bis zehn) Moderator/-innen zuständig.  Regionalbeauftragte werden von einem Standortpartner unterstützt.

 

Standortpartner (beispielsweise Jugendämter, Wohlfahrtsverbände, Familienbildungszentren oder freie Träger) sorgen für die lokale Verankerung und Umsetzung des Projektes. Dazu erhalten sie Unterstützung und Beratung vom Elterntalk-Team NRW bei der AJS.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz Landesstelle NRW e.V. (AJS) leitet das Projekt und hat folgende Aufgaben: Konzeption, Entwicklung, Steuerung, Koordination, Coaching und Öffentlichkeitsarbeit. Das Elterntalk-Team entwickelt zu den jeweiligen Talkthemen flexible Einstiegsmodule und bietet Schulungen und Fachveranstaltungen an.

 

Info-Flyer als PDF

 

Teilnehmende Eltern

 

»Es hat viel Spaß gemacht und neue Sichtweisen eröffnet.«
»Es war eine sehr schöne Atmosphäre.«
»Miteinander ins Gespräch kommen, um praktische Lösungen zu finden - das geht bei Elterntalk so sanft!«
»Es ist schön zu sehen, dass ich mit Problemen nicht allein bin.«
»Es war schön, das Thema anzusprechen und sich auszutauschen.«
»Mehr solche Angebote, bei denen wir Mütter informiert werden, wie wir Kinder besser fördern können.«
»Das Thema "Kinder und Medien" hat mir sehr gefallen. Ich möchte gerne noch mehr wissen.«
»Toll! Es muss mehr Aufklärung geben: Facebook, Fotos im Netz, Handy in der Familie, Cyber-Mobbing.«
»Ich finde es wichtig, über dieses Thema zu sprechen.«
»Neu zugewanderte Eltern suchen nach Antworten, um die Lebenswelt ihrer Kinder im neuen Land zu verstehen.«

Moderator*innen

 

»Die Mütter und Väter in den Runden können so viele praktische Tipps geben. Die haben bessere Regeln als jeder Ratgeber.«
»Elterntalk ist gut für Eltern! Elterntalk ist niedrigschwellig.«
»Da kommen all die, die sich sonst nicht trauen.«

 

Kooperationspartner*innen

 

»In der Sprache, in der man zu Hause ist, kann man Dinge besser beschreiben, Sachverhalte verdeutlichen, Gefühle äußern. Aus allen Talks wird zurückgemeldet, wie wichtig das für die Eltern ist.«
»Ohne Vernetzung würde das Projekt nie so gut laufen. Unverzichtbar!«
»Wir erreichen mit Elterntalk auch Eltern, die wir vorher nicht erreicht haben.«
»Elterntalk schließt eine Lücke im Netzwerk: hier trauen sich auch die "Unerreichten" hin.«
»Elterntalk ist besonders für Familien geeignet, die neu zugewandert sind, kaum Zugang zu Informationen haben oder reguläre pädagogische Einrichtungen gegenüber skeptisch sind. Sie sind sehr wissbegierig.«

 

Medien

 

Niederrhein Anzeiger
„Auch wenn es oft Gespräche im Kindergarten oder der Schule gibt, sind diese meist zwischen Tür und Angel. Der Elterntalk bietet Gelegenheit des Austauschs in einer privaten Umgebung. Erziehungsfragen wie: "Wann gibt es das erste Taschengeld?", "Wie lang darf Fern gesehen werden?", oder "Wann gibt es das erste Smartphone?", könnten in einem solchen Talk besprochen werden.“  
Christina Kampmann, NRW Familien- und Jugendministerin in Neue Westfälische
Der Elterntalk heute hat mir noch einmal gezeigt, wie wichtig die Unterstützung für Eltern gerade in Fragen rund um Medien und Digitalisierung ist. Elterntalk ist eine gute Ergänzung zu klassischen Angeboten der Familienbildung. Gerade durch den privaten Rahmen können alle Fragen zur Medienerziehung in der Familie auf den Tisch kommen.  
Sauerlandkurier
Katrin Kühr vom Kinder- und Jugendschutz der Kreisverwaltung ist für die Einführung des Projektes im Kreis Olpe zuständig. „Ich habe schon viel Positives über den ,Elterntalk‘ gehört“, erklärt die Sozialpädagogin. „Nachdem wir im vergangenen Jahr an mehreren Schulen Medienscouts ausgebildet haben, ist der ,Elterntalk‘ eine sinnvolle Ergänzung für Eltern.“  
Westfälische Nachrichten
„Mit Hochglanzbroschüren kommen wir nicht weiter“ - Mütter und Väter als Gastgeber, die andere Eltern zu sich nach Hause einladen. Dieses neue Veranstaltungsformat nennt sich „Elterntalk“ und soll das Gespräch von Eltern untereinander fördern.“